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Saisonanalyse 2009
Am Ende eines jeden Sportahres schaut man zurück und überlegt,
was gut, was schlecht oder was einfach grottenschlecht gelaufen
ist. In diesem Jahr war es schon ein ziemliches Auf und Ab.
Da war der grandiose Start im Februar in Kreuth, mit den Doppelsiegen
in der Hallen-VA mit unseren jungen und ganz jungen Pferden. Dann
ging es etwas schleppend weiter mit den unnützen und teuren
Fehlern aus Compiegne und Bredeneeck. Zurück in der Spur, allerdings
etwas sehr auf Sicherheit ging es über Marbach dann in Richtung
der grandiosen Erfolge von Luhmühlen und Aachen.
Zu diesem Zeitpunkt war ich in erster Linie mit meinem Geländereiten
recht zufrieden, störte mich aber zunehmend an dem ein oder
anderen Springfehler, der sich eingeschlichen hat.
Ich glaube, ich habe, im Ganzen betrachtet, hier und da an zu vielen
Baustellen an meinen Pferden gearbeitet. Ich wollte es immer auf
den Punkt perfekt haben und habe dabei übersehen, dass man vielleicht
ab und zu auch mal wieder fünf gerade sein lassen könnte.
Ganz große Erwartungen hatte ich dann an die DM in
Schenefeld und die EM in Fontainebleau. Beides ging bekannter Weise
trotz guter Vorbereitung total in die Hose.
In Schenefeld fand ich überhaupt nicht zu meinem Rythmus im
Gelände, was dann ja auch nicht allzu lange andauerte, und bei
der EM war ich später bei der Betrachtung des Videos regelrecht
erschrocken, wie hektisch und überritten Leon sich zeigte.
Auch wenn zum Zeitpunkt des Sturzes alles im Lot zu sein schien,
machte der Braune auf mich vorher keinen glücklichen Eindruck
und das ist zum Einen sehr untypisch und zum Anderen auch nicht
in meinem Sinne.
Mir ist es dann aber gelungen, in die alte Spur und damit zum Gefühl
zurück zu finden und die Erfolge der Frankreichtour sprechen
für sich. Boekelo war für mich schon ein sportlicher Erfolg,
bei dem alles, bis auf den Rumpler an Sprung 6, rund lief. Da hatten
wir einfach Pech mit der Verletzung von Frieda.
Schon lange hegte ich die Hoffnung mal einen talentierten jungen
Reiter zu finden, der meine Pferde auch selbständig auf Turnieren
vorstellen kann, zu denen ich Zeitbeengend nicht fahren kann. Früher
hat Susanna mit Pferden wie Herakles, Barolo Scarbourough Fair oder
auch Andora diese Aufgabe für mich höchst erfolgreich
erfüllt, die damals mit dem Pferdematerial deutlich schwieriger
war als heute. Durch ihren Job und die drei Kinder ist die Zeit
meiner Frau natürlich stark eingegrenzt. Am Anfang des letzten
Jahres hat mein holländischer Schüler, Huub van der Maack,
diese Chance mit Füßen getreten und ist bei einer Nacht-
und Nebelaktion von unserem Hof verschwunden. Gut für Franziska
Haunhorst.
Mit ihrem Einsatz und Engagement war ich in diesem Jah sehr zufrieden.
Sie hat mir im Stall und beim Training in meiner Abwesenheit den
Rücken freigehalten und die jungen Pferde bestens auf Turnieren
vorgestellt, die sie sonst aufgrund meiner zeitlichen Einschränkung
nicht gegangen wären und dadurch weniger Erfahrung über
die Saison gesammelt hätten. Das ging alles auf und wird in
2010 mit kleineren Einschränkungen aufgrund des Studiums von
Franzi fortgeführt.
Wenn ich also in diesem Jahr zurückschaue, dann schaue ich
auf eine am Ende doch sehr erfolgreiche Saison zurück, die
sicherlich ihre Tiefpunkte, aber vor allem auch ihre Höhepunkte
hatte. Bis auf FRH Fantasia haben alle Pferde ihre Saisonziele erreicht
und ich bin sehr guter Hoffnung, das ich im nächsten Jahr wieder
bestens beritten sein werde und es dann vielleicht auch schaffe,
den doch zu häufigen 2. Platz gegen den davor einzutauschen.
Dibo |