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  Nindorf, im November 2009

Foto: Julia Rau
 

Saisonanalyse 2009


Am Ende eines jeden Sportahres schaut man zurück und überlegt, was gut, was schlecht oder was einfach grottenschlecht gelaufen ist. In diesem Jahr war es schon ein ziemliches Auf und Ab.

Da war der grandiose Start im Februar in Kreuth, mit den Doppelsiegen in der Hallen-VA mit unseren jungen und ganz jungen Pferden. Dann ging es etwas schleppend weiter mit den unnützen und teuren Fehlern aus Compiegne und Bredeneeck. Zurück in der Spur, allerdings etwas sehr auf Sicherheit ging es über Marbach dann in Richtung der grandiosen Erfolge von Luhmühlen und Aachen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich in erster Linie mit meinem Geländereiten recht zufrieden, störte mich aber zunehmend an dem ein oder anderen Springfehler, der sich eingeschlichen hat.

Ich glaube, ich habe, im Ganzen betrachtet, hier und da an zu vielen Baustellen an meinen Pferden gearbeitet. Ich wollte es immer auf den Punkt perfekt haben und habe dabei übersehen, dass man vielleicht ab und zu auch mal wieder fünf gerade sein lassen könnte.

Ganz große Erwartungen hatte ich dann an die DM in Schenefeld und die EM in Fontainebleau. Beides ging bekannter Weise trotz guter Vorbereitung total in die Hose.

In Schenefeld fand ich überhaupt nicht zu meinem Rythmus im Gelände, was dann ja auch nicht allzu lange andauerte, und bei der EM war ich später bei der Betrachtung des Videos regelrecht erschrocken, wie hektisch und überritten Leon sich zeigte. Auch wenn zum Zeitpunkt des Sturzes alles im Lot zu sein schien, machte der Braune auf mich vorher keinen glücklichen Eindruck und das ist zum Einen sehr untypisch und zum Anderen auch nicht in meinem Sinne.

Mir ist es dann aber gelungen, in die alte Spur und damit zum Gefühl zurück zu finden und die Erfolge der Frankreichtour sprechen für sich. Boekelo war für mich schon ein sportlicher Erfolg, bei dem alles, bis auf den Rumpler an Sprung 6, rund lief. Da hatten wir einfach Pech mit der Verletzung von Frieda.

Schon lange hegte ich die Hoffnung mal einen talentierten jungen Reiter zu finden, der meine Pferde auch selbständig auf Turnieren vorstellen kann, zu denen ich Zeitbeengend nicht fahren kann. Früher hat Susanna mit Pferden wie Herakles, Barolo Scarbourough Fair oder auch Andora diese Aufgabe für mich höchst erfolgreich erfüllt, die damals mit dem Pferdematerial deutlich schwieriger war als heute. Durch ihren Job und die drei Kinder ist die Zeit meiner Frau natürlich stark eingegrenzt. Am Anfang des letzten Jahres hat mein holländischer Schüler, Huub van der Maack, diese Chance mit Füßen getreten und ist bei einer Nacht- und Nebelaktion von unserem Hof verschwunden. Gut für Franziska Haunhorst.

Mit ihrem Einsatz und Engagement war ich in diesem Jah sehr zufrieden. Sie hat mir im Stall und beim Training in meiner Abwesenheit den Rücken freigehalten und die jungen Pferde bestens auf Turnieren vorgestellt, die sie sonst aufgrund meiner zeitlichen Einschränkung nicht gegangen wären und dadurch weniger Erfahrung über die Saison gesammelt hätten. Das ging alles auf und wird in 2010 mit kleineren Einschränkungen aufgrund des Studiums von Franzi fortgeführt.

Wenn ich also in diesem Jahr zurückschaue, dann schaue ich auf eine am Ende doch sehr erfolgreiche Saison zurück, die sicherlich ihre Tiefpunkte, aber vor allem auch ihre Höhepunkte hatte. Bis auf FRH Fantasia haben alle Pferde ihre Saisonziele erreicht und ich bin sehr guter Hoffnung, das ich im nächsten Jahr wieder bestens beritten sein werde und es dann vielleicht auch schaffe, den doch zu häufigen 2. Platz gegen den davor einzutauschen.

Dibo

 
 
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